Project Description

Das bekannteste und auch am spektakulärsten gescheiterte Beispiel der CIAM Hochhausanlagen in den Niederlanden ist Bijlmermeer in Amsterdam. Nach einem sozialen Niedergang der Siedlung bereits kurz nach ihrem Entstehen (’66-‘75), wurde ein tiefgreifender struktureller Wandel der ganzen Umgebung eingeleitet. Die Hälfte der Wohnhochhäuser wurde abgerissen und durch variiertere Wohnungstypen ersetzt. Die Sanierung der Freiräume in den öffentlichen Zonen ist ein wichtiges Thema, das immer in einem Gesamtkonzept zur Sanierung gesehen wird.

Die Neustrukturierung des Bijlmers ist fast gleich nach der Fertigstellung der ersten Hochhäuser angefangen. Von Anfang an gab es große Unfriede über diesem Wohnviertel. Viele Jahren ist versucht mit kleinen Maßnahmen Problemen zu lösen, aber das war nicht zureichend.
Die städtebauliche Umstrukturierung hat endlich im Jahre 1993 angefangen im Bereich Ganzenhoef und gleich bei diesem ersten Schritt war Urbis schon beteiligt.

Wesentlichste Themen dieser Umänderung waren:
– Sozial-ökonomische Erneuerung, Emanzipation und Bürgerbeiteiligung. Die meisten Bewohner des Bijlmers sind von ausländischer Herkunft, haben eine schwache sozial-ökonomische Position und eine geringe Ausbildung. Einer der Ziele der Transformation ist es, diese Position und den Einfluss auf eigenes Leben der Bewohner zu verbessern. Dazu sind alle Bewohner stark einbezogen in den Erneurerungsprozess (z.B. durch Workshops – auch für Kinder, Schulung, Bewohnersfeste und eine Umfrage zur Wohnsituation).
– Verstärkung Mischnutzung, im Gegensatz zu den CIAM Prinzipien ist Mischnutzung überall durchgeführt.
– Vielfalt und abwechslungsreiche Wohnungstypen einführen. Im Unterschied zu den vorher uniformen, sozialen Mietetagewohnungen, ist eine Menge von Wohnungstypen eingepasst, in allen Preisklassen, sogar auch Einfamilienhäuser. Es wird möglich eine Wohnkarriere zu machen im Bijlmer. Dies hat nicht zu einer niedrigen Dichte geführt, weil Intensivierung eines der Ziele war. (Nutzungsprogramm ist ca. zu 115% erhöht).
– Sicherheit vergrößern. Vor der Erneuerung war die Sicherheit im Bijlmer die schlechteste in Amsterdam. Mit der neuen Struktur ist diese stark verbessert.
– Öffentlicher Raum verbessern und deutlicher ordnen. Die Struktur des Stadtteils ist als Bindeglied entworfen und teilt sie in verschiedene kleinere Viertel. Dazu ist auch eine deutliche Trennung öffentlicher und privater Räume hergestellt, ganz klar ist auch die Beziehung der Gebäude und der EG der Gebäude mit den öffentlichen Räumen.
– Bijlmerdreef in eine zentrale, baumreiche Avenue umwandeln. An dieser viele Wohnungen, Schulen, eine Metrostation und ein Einkaufszentrum integrieren. Die erhöhte Lärmbelastung dieser Avenue ist in die Fassade der Gebäude einbezogen, ohne den Zusammenhang der Gebäude mit der Avenue zu verlieren.

Auftraggeber Projektbüro Vernieuwing Bijlmermeer, Stadsdeel Zuid-oost en woningbouwcorporatie Patrimonium
Zeitraum Ganzenhoef: 1993-2008; Grunder Grubbehoeve: 1999-2012; Finale Plan van Aanpak: 2000-2001; SPVE/supervisie E-buurt: 2002-heute; SPVE D-buurt: 2003-heute, supervisie 1997- heute
Entwurf Donald Lambert
Mitarbeiter Petra Sala, Annemieke Molster, Josine van Seventer, Pauline Bron
Bilder DRO-VORM Amsterdam, Peter de Ruig en Kraaijvanger • Urbis